Posts Tagged ‘Düsseldorf’

LiveReview: BERD BEGEMANN – 18.2.2013, FFT Düsseldorf

21. Februar 2013

Hüftiger Animateur der Zuspätgeborenen

„ FFT: Wir bringen die Kultur zurück in den Keller“, wabert es mit viel Hall und Monsterecho aus der Anlage. Eingesprochen und improvisiert von Bernd Begemann. Von der Sorte Sprüche bzgl. der heutigen Location haut der wibbelige Entertainer gefühlte 50 Stck. aus der Hüfte und das kommt gut an beim grösstenteils studentischen Publikum.
An einem Montag Abend ist das Foyer des FFT gut gefüllt und Begemann, der Grandsenior des charmanten Popchanson feat. Rhytmn & Soul weiss das Publikum natürlich zu führen und zu bewegen. Die kleinen Geschichschen zwischen und oft auch mitten in den Songs machen einen guten Teil seiner Show aus und sind spontan und so zeitgenössisch ätzend wie witzig.
Was aus dem Nähkästchen gefällig?
Das Publikum nennt der 50- Jährige nur „Kids“ oder „Swingerclub“ und bescheinigt den Düsseldorfern mal eben pauschal eine gehobene Aufgeklärtheit und mehr Analsexkontakte als anderswo die Leute Kekse essen. That´s Entertainment! Klar kriegen hier die Toten Hosen einen vor den Bug und so manch anderer aus dem Pop Zirkus ebenso und geht es um Stuttgart, so wird aus Jefferson Starships „We built this City on RocknRoll“ mal eben „We built this City on Nazi Gold“ und das es mit dem Untergrundbahnhof ebenda nicht so gut klappt, liegt nach Begemann daran, daß der Schwabe eben nur was baut, was auch der Nachbar sehen kann. Prust!
Und in Claustahl-Zellerfeld sind fast nur Männer im Publikum, da fällt es dem brustbehaarten Grimassen-Charmeur natürlich besonders schwer, gerade seine Schmacht-Songs rüber zu bringen; verständlich!
Aber Musik macht er ja auch noch an diesem Abend und zwar sind das gekonnte Interpretationen seiner Songs auf Alleinunterhalter-Basis. Eine kleines Abspielgerät wird hin und wieder programmiert, eine paar Fusstasten für Vokaleffekte eingesetzt, ansonsten quält BB seine Gitarre ganz vortrefflich und shüttelt, shaked, schwitzt und rollt was das Zeug hält. Wäre es nicht Montags abend, er hätte mehr Leute dazu gebracht sich auszuziehen. So bleibt es beim MitSingTheater der gehobenen Klasse, Motto: „Ihr pfeift alle und ich zeig die Töne an!“.
Bernd Begemann ist auch an diesem Abend ein Ausnahme Künstler, der durchaus „Pop mit Zeigefinger“ macht, aber eigentlich geht es darum nicht. Man will hier nichts lernen, sondern man will eine gute Zeit haben und die hat man, wenn man das Begemannsche Spektrum an sich ran lässt.
Am Ende bleibt die etwas bittere Erkenntnis, dass er eigentlich mehr verdient hätte- und die süsse Einsicht, daß die böse Welt mit Ihm durchaus ein Stück besser ist!
Songauswahl: Zweimal zweite Wahl, Judith, Gib mir eine zwölfte Chance, Ich habe nichts erreicht ausser dir, die neuen Mädchen sind da, Du bist mein Niveau, Oh, St. Pauli. , usw.

http://bernd-begemann.de/

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Panhandle Alks – Alk-a-Billy Lebt Noch Immer

31. Mai 2011

Signifikant entspannt!!

Anno 1981 gegründet, haben die Panhandle Alks auch schon so einiges erlebt. Besonders Sänger und Gitarrist ISI, der immerhin in der Tote Hosen Vorgänger Formation ZK mitgemischt hatte. Doch schon damals aber standen die Zeichen für Ihn auf Rockabilly und Country, was natürlich nicht zu Ruhm und Reichtum führen konnte, im Gegensatz zu seinen ehemaligen Bandkollegen, die sich den Punkrockansatz später vergolden liessen.

Auf dem Weser Label von ex ZK Drummer Fabsi erschien dann 1985 die erste LP der Lockenträger und der „ALKABILLY“ war geboren.

Das nun siebte, aktuelle Album „Alk-A-Billy lebt noch immer“ ist nicht nur wieder bei Fabsis Weser Label in Bremen erschienen, nein, zur Hölle mit Veränderungen, es bietet auch die gleiche Kost wie immer.

Die Panhandle Alks stehen für bodenständigen Rockabilly mit deutschen Texten, Experimente sind verpönt und auch wenn mit Fritz (Bass) und Ingo(Gitarre) zwei neue Männer mit vier flinken Händen in der Band sind, bleibt der Sound geradlinig und trocken im Korsett des 50/60´s Rockabilly und das seit nun 30 Jahren.

Die musikalische Seite der 20 Songs ist dabei souverän, rockend, knackig, groovend und treibend und erinnert bisweilen gar an die 80-er Stray Cats, nur eben trockener, erdiger… einfach klasse.

 

Die Texte hingegen sind unvergleichlich. Da werden mit der Axt die Strophen halbiert, nur damit sie sich am Ende reimen mögen, es werden Un(moderne)worte wie „Fete“ oder „schwoofen“ gesungen und die Frauen heissen natürlich Mae, Emily oder schlicht Rockabilly Jukebox Queen.

Das ist dann zwar hier und da ebenso hölzern wie die Musik, aber es ist auch witzig und einmalig. Ted Herold, Gunter Gabriel oder Truck Stop würden sich bestimmt über den ein oder anderen Song in Ihrem Repertoire freuen, im Großen und Ganzem aber passt das alles hier und nur hier so zusammen wie Arsch auf Eimer.

Wenn die Kassierer Kunst sind, dann sollten sich die Panhandle´s ruhig auch mal dort anmelden, sie haben ne echte Chance.

Ach ja, „Bleib entspannt“ ist übrigens mein Favorit, und das nicht,  weil in ihm das einzige Fremdwort auf der CD (gleich mehrfach!!) vorkommt (von dem sich Sänger ISI aber auch im CD Cover umgehend konsequent distanziert), nein, der Song ist inhaltlich rund und hat sehr guten Zug zum Tor. Vielleicht bringt den Jungs das Tote Hosen Cover „All die ganzen Jahre“ in Zeiten der digitalen Downloads wenigstens einige neue und unerwartete Fans, zu gönnen wäre es ihnen alle Male, dann ansonsten ist da wo AKLABILLY drauf steht auch ALKABILLY drin, nicht mehr, aber auch nicht weniger!!

Tracks:
1. Record Hop
2. Alter Rock’n’roller
3. Bom Bop Baby
4. So Long I’m Gone
5. Bleib Entspannt
6. Mein Tag
7. All Die Ganzen Jahre
8. Mühlen Bop
9. Revolvermann III
10. Alkabilly Lebt Noch Immer
11. Emily
12. Sandmännchen Im Lummerland
13. Scat Bop
14. Es Wird Weitergeh’n
15. Und Nachts Träumen Sie Von Big Black Cadillacs
16. Die Hoffnung Auf Ein Wiederseh’n
17. Wir Wollen Feiern
18. Verrockte Tage
19. Rock-A-Billy Juke Box Queen
20. Die 180 Geister Vom Alamo

HAUSCHKA – Salon des Amateurs

21. April 2011

Salonvollprofi!

Vor ein paar Jahren warf Beck Hansen (BECK) auf Schloss Moyland am Niederrhein ein Klavier aus dem Fenster, als Hommage an YOKO ONO. Nun, soweit so gut. Die Messlatte dessen, was noch mit einem Piano möglich ist, hat einst Jerry Lee Lewis (Der Killer) und nun der Düsseldorfer Volker Bertelmann alias HAUSCHKA mit seiner neuen Veröffentlichung „Salon Des Amateurs“ deutlich höher gelegt.

Mit seiner wild gepimpten Tastenkiste nämlich hat HAUSCHKA nun die komplette Synthese von elektronischen und organischen Sounds vollzogen. Was ist hier akustisch und was elektronisch-synthetisch, fragt sich der Hörer zu recht? Mutig wird minimal gegroovt, dann wieder krachig, basslastig marschiert. Vielleicht hat es was von Can und von Eno, ganz etwas bestimmt von Philip Glass, aber letztendlich ist diese Musik so eigen, dass sie keinem Vergleich standhalten muss.

Ein Blick in die Credits Liste gibt Aufschluss über den ein oder anderen überraschenden Klang, so haben sich diverse Gastmusiker (Joe Burns (CALEXICO / Cello), John Convertino (CALEXICO) sowie die Grammy-Award-Gewinnerin Hilary Hahn (Geige) und Mum (Schlagzeuger Samuli Kosminen) mit eingebracht. Der Albumtitel ist eine Hommage an den Düsseldorfer Elektroclub gleichen Namens, das Titelbild gemalt vom Düsseldorfer Künstler Stefan Kürten, da hört und sieht man heraus wo sich Hauscka wohl fühlt, seine Musik aber ist etwas Außergewöhnliches, gemacht für die offenen Ohren der ganzen Welt.

Trackliste:

01. Radar

02. TwoAM

03. Girls

04. Ping

05. Cube

06. Subconscious

07. NoSleep

08. Tanzbein

09. TaxiTaxi

10. Sunrise

Veröffentlichung: 29.04.11 (Fat Cat / Roughtrade)

* HAUSCHKA-net.de (Offizielle Homepage von HAUSCHKA)

r/v: WILCO – 20.09.10, Düsseldorf, Tonhalle

24. September 2010

Quite a Band

WILCO in der Düsseldorfer Tonhalle! Für wen ist das nun die erste Liga? Für die Halle bestimmt, denn wie kaum eine andere zeitgenössische Band zelebrieren WILCO einen akustisch-wertvollen Mix aus experimentellem, amerikanischen Folk und Indie-Rock, den es hier sonst nicht zu hören gibt.

Sänger Jeff Tweedy (der übrigens gerade eine Platte zusammen mit MAVIS STAPLES: „You´re not alone“ gemacht hat) führt wie auf den letzen beiden Alben seine Band von tollen Instrumentalisten an. Bis auf den charismatischen Derwisch Nels Cline an diversen Gitarren hält sich die Band angenehm zurück und verströmt mit Ihren teils herzerweichenden Songs und einer schlichten Lightshow eine durchweg positive Stimmung unter der großräumigen Gewölbekuppel.

Die Setliste der Band umfasst Songs aus nahezu allen Schaffensphasen (immerhin acht Alben), einige aus „Wilco (The Album)“ aber auch viele aus „A ghost is born“ sowie eine hervorragende Version von „Shot in the Arm“.

Das weichgespülte Ü30-Publikum fühlt sich zwar teilweise sogar zum Mitklatschen (sic.) animiert, aber die Band weiß mit Ihrer Intensität derlei Unart schnell wieder zu unterdrücken. Denn bei aller Gelassenheit und Gefälligkeit der Musik in vielen Phasen sollte man nicht vergessen, daß die Person Jeff Tweedy auch schon harte Zeiten hinter sich hat und auch über ebendiese singt. Da kann es nichts zu klatschen geben…

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DAS RATINGER HOF BUCH – Verschwendete Jugend reloaded! (+Interview!)

13. September 2010

1977 – 1985 war Punk in Düsseldorf

Der „Ratinger Hof“ in Düsseldorfs Altstadt hat weit über Stadt und Landesgrenzen hinaus einen legendären Ruf. Als eine der Keimzellen des Punkrock in Deutschland gefeiert, gibt es nun, nach der Ausstellung „Zurück zum Beton“ und dem Doku Band von Jürgen Teipel „Verschwende Deine Jugend“ neuen Bild und Text Stoff über die alte Legende.

Ein aufwendig gestaltetes Fotobuch von Ralf Zeigermann in einer bedruckten Blechkassette, die zusätzlich zum Buch auch eine Reproduktion des Tickets für das Wire-Konzert von 1978 im Ratinger Hof sowie einen Druck des Titelbildfotos auf 350g/m2 Karton enthält, wird dem Kultladen erneut gehuldigt. Nicht ohne Grund, denn schließlich sind hier früher Bands wie Mittagspause, DAF, ZK und Fehlfarben gegründet worden und haben einst die ersten und vielleicht besten Punkbands von der Insel gespielt: Wire, 999, Pere Ubu, etc. .

Die Jahre 1977–1985 werden mit Text und Bild dokumentiert und die Protagonisten von damals kommen meist kurz und knapp zu Worte und egal wie nostalgisch man die Publikation bewerten mag (die längst vergriffene Bildbox „Guter Abzug“ von Richard „ar/gee“ Gleim, hatte die Messlatte ja bereits sehr hoch gelegt – einige Bilder tauchen übrigens auch hier wieder auf), die einmalige Entwicklung vom Hippie Kunst Bums zur angesagten Punk und New Wave Location ist und bleibt für alle Zeiten faszinierend und so kann sich jeder geneigte Leser auf spannende 168 Seiten freuen. Es fehlen eigentlich nur noch Geruchsproben und O- Töne.

INTERVIEW: Hier ein paar Fragen zum Buch an den Gestalter und Herausgeber Ralf Zeigermann
triggerfish.de: Was hat Dich dazu bewogen ein Buch über den Ratinger Hof

herauszubringen?

Zufall. Ich hatte meine alten Negative der Ratinger Hof-Aufnahmen ja wohlbehütet aufbewahrt, weil ich mir immer dachte, daß die etwas „besonderes“ wären, ein Zeitdokument eben. Und irgendwann kam dann Robert Wiegner auf mich zu mit der Idee, ein Buch zu machen. Da schlug ich ihm vor, doch etwas mit den alten Fotos zu machen. Dann wurde die Idee natürlich erweitert und ich kontaktierte all die, die damals mit dabei waren – zumindest die, die ich erreichen konnte. Und fast jeder hatte noch wunderbare Fotos und Geschichten in petto.

triggerfish.de: Warum „erst jetzt“ oder warum „gerade jetzt“?

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ALAN METZGER – Black Album (1992- 1996)

16. April 2010

Romantik und Krach

Das ist ja wohl mal eine Nummer. Da gab es diese obskure Band ALAN METZGER aus Düsseldorf, man war so Mitte der 90-er unterwegs! Es gab zwar schon Blumfeld aber noch kein TOCOTRONIC. Ok, mit Kreidler konnte man im ARCARI spielen – das war damals noch der kurze Dienstweg und nicht das Goethe Institut.

Punk war lange vorbei und die 4 Jungs aus den Hinterhöfen des Derendorfer Schlachthofes waren sich absolut nicht einig, ob sie nun mit Neil Young im Rücken auf den Grunge Zug aufspringen sollten, oder besser die neue „Neue Deutsche Welle“ bereiten sollten. Oder sich mehr nach Amerika, so nach dem SST Label und Bands wie Polvo, Slovenly oder Sea and Cake orientieren sollten. Auch ohne Punkrock: „keine Ahnung“ und „Druck“ und „Orientierungsnot“ herrschten trotzdem. Musikalisch voll spannend und interessant. Romantik und Krach, SONIC YOUTH, ick hör Dir trapsen!! Auf Turnschuhen.

Die hier nun unter dem sympatisch anmaßenden Titel „Black Album“ vorliegenden 18 Songs sind ein Glücksfall, denn das Label FIDEL BASTRO hat den Kram (wieder) ausgegraben und offensichtlich für gut befunden. Vielleicht weil ihm ALAN METZGER ex – Gitarrist FLO mal an der Theke soooo viel davon erzählt hat?? Oder einfach so. Egal.

Die Finger im Spiel hatten damals in unterschiedlichen Sessions Hans Platzgumer (HP ZINKER, you know) , Kurt Dahlke (Pyrolator), Tom und Kai Blankenberg, u.v.a. . Und so war das damals ja auch. Voll das Familienprogramm eben! Und wie das klingt? Voll 90-er.

Art Rock? Studenten Pop? The Feelies? Sonic Youth und Blumfeld? Ja, genau so! Danke für die kleine Zeitreise.

http://www.fidel-bastro.de/
http://www.myspace.com/alanmetzger

Trackliste:

01. Untitled 7:44
02. Sei Nicht Einsam 3:34
30. Willkommen Draußen 3:08
04. Bad Boy Carsten 4:03
05. Untitled 3:53
06. Untitled 7:16
07. Dein Kopf Ist Dein Einziges Haus Bis Es Regnet 6:55
08. Surfer 2:42
09. Neu In Boston 4:52
10. Fremder In Einem Merkwürdigem Land 2:53
11. Sundown 2:32
12. Justice ’71 1:20
13. Untitled 2:19
14. Sunday 5:30
15. Waste 4:42
16. In A Coffin 2:37
17. Untitled 3:00
18. Millennium Cargo

FEHLFARBEN – Glücksmaschinen

17. März 2010

Knietief im Konsens!

Ein gute halbe Stunde Musik, verpackt in 8 Stücken. Das ist der neue Output der FEHLFARBEN, genannt:  „Glücksmaschinen

“. Ob sie es nun wollen oder nicht, aber „Monarchie und Alltag“ (das legendäre Alben von anno ´80) hängt der Band wie ein Mühlstein um den Hals.
Genau deswegen ist Peter Hein auch immer noch für viele Leute der beste deutsche Texter und die Band unangefochten auf der Seite der Guten der deutschen Popmusik.

Doch die Jahre ziehen ins Land und die Fehlfarben machen immer noch Musik mit Verstand.
Vielleicht aber doch zuviel davon, denn irgendwie wirkt die Platte kalt, eiskalt um genau zu sein, da mag man dem Packzettel kaum glauben, dass Produzent Moses Schneider (Beatsteaks, Tocotronic etc.) hier viel live aufgenommen hat. Ein packendes Bandfeeling kommt nicht wirklich rüber. „Neues Leben“ etwa klaut ganz deutlich bei den Anfängen der „Deutsch Amerikanischen Freundschaft“ , „Respekt“ zitiert die eigene Bandgeschichte und funkt daher wie in den späteren 80-ern, einzig der Hein´sche Gefühlsausbruch zum Strassen-Thema „RESPEKT“ am Ende macht da richtig Spass. Und genau so böse muss Protest schon sein!! – denn zu leise macht das bestimmt Magenkrebs auf Dauer!!
FEHLFARBEN, das ist hier Deutschrock Musik mit relativ simpel umsetzten Punk und New Wave Wurzeln, durch zeitweisen, massiven Elektronik Einsatz fast schon in Richtung „Killers“ und „Mando Diao“ getrimmt, was bestimmt nicht gewollt ist aber trotzdem so klingt. Peter Hein gibt die eiskalte Parolenfräse.

Er hört sich (nicht nur einmal) an wie Helge Schneider, – nur hat eben dieser dem alltäglichen Wahnsinn wenigstens die „Gaga-Balla-Balla-Flucht-Variante“ entgegengesetzt – Peter Hein hingegen lässt sich  immer noch wie ein rotziger Teenager über die Sachen aus, die Ihn dauernd nerven: SMS, Sommergefühle, Stadtleben im Allgemeinen, Börsencrash Facebook und Fördergelder. Ehrlich gesagt ist das alles nichts Neues und ich brauche da auch nicht ständig upgedated werden. Auch so ein Wort, dass Peter Hein wahrscheinlich grauenhaft findet ;-). Egal, dafür finde ich GÜCKSMASCHINEN eben nicht so toll;  schade eigentlich, denn über etwas gewiefteren Protest hätte ich mich sehr gefreut, musikalisch sowieso!!

http://www.fehlfarben.com/

Trackliste:01. Glücksmaschinen 4:36
02. Stadt der 1000 Tränen 4:05
03. Neues Leben 5:05
04. Aufgeraucht 3:58
05. Im Sommer 3:48
06. Vielleicht Leute 5 5:08
07. Wir warten (Ihr habt die Uhr, wir die Zeit) 2:35
08. Respekt? 4:54

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FEHLFARBEN auf TOUR!!
26.03.10 – Lingen (D) – Alter Schlachthof
27.03.10 – Worpswede (D) – Music Hall
28.03.10 – Hamburg (D) – Uebel & Gefährlich
29.03.10 – Nürnberg (D) – Hirsch
30.03.10 – München (D) – Backstage (Werk)
31.03.10 – Salzburg (A) – Rockhouse
01.04.10 – Wien (A) – Szene
02.04.10 – Luzern (CH) – Konzerthaus
03.04.10 – Freiburg (D) – E-Werk (Pfeilerhalle)
04.04.10 – Schorndorf (D) – Manufaktur
05.04.10 – Regensburg (D) – Alte Mälzerei
06.04.10 – Rüsselsheim (D) – Das Rind
07.04.10 – Köln (D) – Luxor
08.04.10 – Leipzig (D) – Werk 2 (Halle A)
09.04.10 – Berlin (D) – Festsaal Kreuzberg
10.04.10 – Düsseldorf (D) – ZAKK
07.05.10 – Gera (D) – Haus der Pioniere
28.05.10 – Kiel (D) – Pumpe
29.05.10 – Hannover (D) – 60er Jahre Halle

Andrey Nikolai – DREIKNOPF und DOSENBIER

18. November 2009

Modkultur in Düsseldorf und anderswo!

Musikalisch ist Düsseldorf ja in einigen Disziplinen in der ersten Liga unterwegs.

Weltweit bekannt ist ja die Kraftwerk- und Elektronikvergangenheit (und Gegenwart); ebenso die Toten Hosen, Heino oder Marius Müller Westernhagen sind als Düsseldorfer Jungens weitläufig bekannt. Auch das der Punk u.a. in Düsseldorf und da besonders im Ratinger Hof (Mit-) erfunden wurde ist spätestens seit der Würdigung durch die Aussstellung „Zurück zum Beton“ in der Düsseldorfer Kunsthalle offiziellen Kreisen häppchenweise nachgereicht worden.

Tja und was gab es sonst noch so, etwa zeitgleich zu Beginn der Punk Explosion?

Richtig, die MODS. Der THE WHO Film „Quadrophenia“ hatte sie dann Anfang der 80 er Jahre salonfähig gemacht, die Parkaträger und Rollerfahrer mit Ihren Dreiknopfanzügen und College Schuhen.
Ganz klar, die Mod -Welle schwappte seinerzeit von der Insel rüber – Pub Rock, Northern Soul und Ska standen musikalisch Pate. Der verhältnismäßig übererwachsene Kleidungsstil sollte Rebellion ausdrücken, der Roller die Freiheit und der Parka zunächst nur vor Wind und Wetter schützen.
Und die deutschen Szene Zentren lagen in Düsseldorf (!!!) und in Hamburg. Die Düsseldorfer waren besser gekleidet (ach ja?!) und hatten mehr MOD Anhänger, mit „Stunde X“, den „Profis“ oder „Start“ vielleicht auch die bekanntesten Band und mit dem OKIE DOKIE auch den angesagtesten Club innerhalb der dafür gerne erweiterten Stadtgrenzen (war nämlich in Heerdt beheimatet).

Auch die Altstadt zwischen Ratinger Hof und dem DinANull sowie Fattys Pup waren beliebte Treffpunkte, oder die LÖWEN Skulptur auf der Kö. Passend zum Stadtwappen wurden sogar die „Düsseldorf Lions“ als Mod Club gegründet und Patches (Aufnäher) in Umlauf gebracht.
Es gab Fanzines (Fan Magazine!), Mod Treffen, Auswärtsfahrten (Hamburg, England, Eckenförde, ….

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FRANK POPP – Receiver

7. August 2009

Gut auf Sendung!

Frank Popp hat eine Bürde zu tragen. Egal was er macht, er wird vorerst immer noch an seinem über Hit „Hip Teens“ gemessen werden. Diesen vergangenen Geniestreich muss er aber irgendwie auch zu „Lebzeiten“ abstreifen, damit er nicht zur „One Hit Wonder“ -Liga durchgereicht wird.

Der Drang, aus dieser Zwickmühle heraus zu müssen, dürfte einen Teil von Frank Popps Energie ausmachen, denn ob es nun sein neues, eigenes Label TV Eye Records, oder die dazugehörige Veranstaltungsreihe oder eben seine neue Platte Receiver ist: der Mann bleibt in Bewegung – jüngst ist er übrigens auch von Düsseldorf nach Berlin gezogen!

„Receiver“ mit seinen 14 Songs ist zwar wie gehabt ein bunter Blumenstrauß, geschmackvoll und höchstpersönlich aus Herrn Popps musikalischem Garten (Soul, Pop, 60´s, Rock) gepflückt, aber es werden hier neue Wege gegangen und die Songs drängen mehr auf die Bühne als in einen Werbeclip.

Stammsängerin Sam Leigh-Brown leiht zwar wie zuvor den meisten Stücken Ihre Stimme, aber es dürfen auch der ehemalige Blackmail-Frontmann Aydo … >> weiterlesen!!

THE NOTWIST – 11.07.09, Düsseldorf, Zakk: Unaufdringlich, unsexy, unprätentiös

14. Juli 2009

Vom Teufel keine Spur

Wenn die Gebrüder Acher samt Kollegen nach Düsseldorf einladen, dann ist das eine Reise wert. Zumindest vielen Fans aus dem weiten Umfeld, wie man den eintrudelnden Autos vor dem Club entnehmen kann. Und so tummelt sich denn auch eine große Anhängerschar vor dem Eingang. Kein Wunder, THE NOTWIST live: Das verspricht Pop, Punk, Gitarre, Beats und Elektronik vereint in melancholischer Perfektion.

Der Abend beginnt mit dem Weilheimer Duo PORTMANTEAU. Die Nachbarschaft zu THE NOTWIST drängt sich einem unweigerlich auf, die Band passt perfekt ins Vorprogramm der bayerischen Kollegen. Sanft zwirbelnde, dicht treibende Elektro-Klänge, unterstützt von Drums oder Percussion, dringen durch den Saal, locken die

The NOTWIST

The NOTWIST

letzen Raucher von draussen rein und packen alle sofort beim Nerv. Freude steht beiden Musikern ins Gesicht geschrieben, es sei schließlich eine große Ehre vor THE NOTWIST zu spielen. Und nicht zuletzt kommen ihre Tracks prima beim Publikum an, bereits nach wenigen Minuten haben sie alle in ihren Bann gezogen.

„Alle“ sind an diesem Abend ein gut durchmischtes, extrem entspanntes Publikum. Viele ältere Generationen finden sich ein, teilweise mit ihren Sprösslingen. Und als THE NOTWIST gegen halb 10 die Bühne betreten, gibt es kein Drängeln, kein Schubsen … es geht halt einfach los.
Unaufdringlich, unsexy, unprätentiös – so steht die Band da und … >>> weiterlesen!