Posts Tagged ‘Stunde X’

Andrey Nikolai – DREIKNOPF und DOSENBIER

18. November 2009

Modkultur in Düsseldorf und anderswo!

Musikalisch ist Düsseldorf ja in einigen Disziplinen in der ersten Liga unterwegs.

Weltweit bekannt ist ja die Kraftwerk- und Elektronikvergangenheit (und Gegenwart); ebenso die Toten Hosen, Heino oder Marius Müller Westernhagen sind als Düsseldorfer Jungens weitläufig bekannt. Auch das der Punk u.a. in Düsseldorf und da besonders im Ratinger Hof (Mit-) erfunden wurde ist spätestens seit der Würdigung durch die Aussstellung „Zurück zum Beton“ in der Düsseldorfer Kunsthalle offiziellen Kreisen häppchenweise nachgereicht worden.

Tja und was gab es sonst noch so, etwa zeitgleich zu Beginn der Punk Explosion?

Richtig, die MODS. Der THE WHO Film „Quadrophenia“ hatte sie dann Anfang der 80 er Jahre salonfähig gemacht, die Parkaträger und Rollerfahrer mit Ihren Dreiknopfanzügen und College Schuhen.
Ganz klar, die Mod -Welle schwappte seinerzeit von der Insel rüber – Pub Rock, Northern Soul und Ska standen musikalisch Pate. Der verhältnismäßig übererwachsene Kleidungsstil sollte Rebellion ausdrücken, der Roller die Freiheit und der Parka zunächst nur vor Wind und Wetter schützen.
Und die deutschen Szene Zentren lagen in Düsseldorf (!!!) und in Hamburg. Die Düsseldorfer waren besser gekleidet (ach ja?!) und hatten mehr MOD Anhänger, mit „Stunde X“, den „Profis“ oder „Start“ vielleicht auch die bekanntesten Band und mit dem OKIE DOKIE auch den angesagtesten Club innerhalb der dafür gerne erweiterten Stadtgrenzen (war nämlich in Heerdt beheimatet).

Auch die Altstadt zwischen Ratinger Hof und dem DinANull sowie Fattys Pup waren beliebte Treffpunkte, oder die LÖWEN Skulptur auf der Kö. Passend zum Stadtwappen wurden sogar die „Düsseldorf Lions“ als Mod Club gegründet und Patches (Aufnäher) in Umlauf gebracht.
Es gab Fanzines (Fan Magazine!), Mod Treffen, Auswärtsfahrten (Hamburg, England, Eckenförde, ….

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OB Erwin nach langem Krebsleiden gestorben!

21. Mai 2008

Der Kilometer zeigt 153,2!!
Also ohne Sport geht nix. Heute sollte ich hoffentlich die Zeit dafür finden.
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OB Erwin nach langem Krebsleiden gestorben!

Ich zitiere zu diesem Anlass den Kollegen Thorsten Schaar aus seinem gelungenen Artikel: „If it´s too loud, you´re too old“, welchen er zu der zakk Jubiläumsbroschüre beigesteuert hat. (den link zu einem „Nachruf“ gibt es unten).

Bilker Allee, August 2001:
Als ich mit ein paar Freunden den Metzgerei Schnitzel Kunstverein e.V. gründete (2001 – The year that Aggro Berlin broke), besaß ich längst eine imaginäre zakk-Dauerkarte auf Lebenszeit. Unser kleines Wohnzimmer in einer ehemaligen Tankstelle in Bilk atmete von der ersten Sekunde jenen Pioniergeist, der auch die Gründer des zakk Ende der 70er beflügelt haben muss. Wenn wir heute an unserem Kaminfeuer in der „Brause“ zusammen sitzen, erzählen wir immer wieder legendenträchtig darüber, wie wir im zakk einmal die Bundestagswahl gewannen. Im Sommer 2002 hatten wir mit allen verfügbaren lokalen Musikern einen Anti-Stoiber-Song aufgenommen („Bleib da, wo der Radi wächst“). Die All-Star-Band seinerzeit hieß ursprünglich „J. Erwin Blues Explosion“, was allen Beteiligten eine Unterlassungsklage des Oberbürgermeisters einbrachte. OB Erwin hatte sich tatsächlich eingebildet, sein ehrenwerter Name sei befleckt worden. Am Wahlsonntag zelebrierten wir das Stück einmalig live mit allen Gastsängern (von Peter Hein/Fehlfarben über Bodo Goliasch/Stunde-X bis hin zu Andrew Uhlemann/Hack Mack Jackson), um später auf der Großleinwand in der zakk-Halle den verhinderten Bundeskanzler bei seiner versehentlichen Jubelfeier auszulachen. Immer wieder stellen wir seither fest, dass wir bei einzelnen zakk-Konzerten mehr Mitglieder unseres Kunstvereins treffen als bei der letzten Mitgliederversammlung. Nicht nur deswegen verlegten wir das Konzert zum „Goldenen Goldfisch“, unserem unregelmäßig regelmäßig stattfindenden Düsseldorfer Band-Video-Wettbewerb, in den zakk-Club. Die Auftritte der Phoneheads (2003) und The Untrue (2006) gelten natürlich als „legendär“.

Fichtenstraße, August 2017:
Joachim Erwin ist immer noch Oberbürgermeister, Polizeichef und Architekt der Landeshauptstadt, Christina Begale seine rechte und linke Hand. Die einzige Opposition gegen den Selfmade-Millionär formiert sich in Flingern. Serdar Somuncu hat sich anlässlich des 40. Geburtstags des zakk an die Spitze einer Bewegung gestellt, die weitere Kahlschläge nicht mehr hinnehmen will. Nach ehedem Trödelmarkt Les Halles, Tonhallenterrasse und Monkey´s Island wurden in der Zwischenzeit weitere liebenswerte Örtlichkeiten zu Grabe getragen. Die Kiefernstraße zieren nunmehr beiderseitig luxuriöse Town Houses, das „Laternchen“ fristet ein trauriges Dasein als Gosch-Filiale und das zakk musste dem Erwin-Tower weichen (übertrifft den Bursch Dubai um fünf Meter). Bei der Lesung von Max Goldt kurz vor Weihnachten, übergangsweise im 99. Stock des Erwin-Towers abgehalten, werden erstmals Plastikbecher verteilt.“

Das oben angesprochene Video wird aus aktuellem Anlass genau hier eingebunden!
… seinerzeit war, ganz kurz vor der Wahl und auch der POKOMM in Köln(!) über den OB auf jedem Zeitungskasten zu lesen: „KEIN HUMOR HERR ERWIN? Ob verbietet den Radi song!“ Diese Express Schlagzeile hängt noch immer noch in unserem Büro, denn weder vorher noch nachher hat weder mich, noch einen unserer Mitstreiter jemand auf soooo dermassen viel Geld abgemahnt und verklagt!!! Das sitzt tief und hält lange! (R.I.P.)
In der NRZ hat Frank Preuss sowas wie einen Abrechnungsnachruf geschrieben. Finde wohl nicht nur ich persönlich in dieser Schärfe falsch getimed, daher sind auch die Kommentare interessant zu lesen…!!

here we go: