Archive for Mai 2011

Panhandle Alks – Alk-a-Billy Lebt Noch Immer

31. Mai 2011

Signifikant entspannt!!

Anno 1981 gegründet, haben die Panhandle Alks auch schon so einiges erlebt. Besonders Sänger und Gitarrist ISI, der immerhin in der Tote Hosen Vorgänger Formation ZK mitgemischt hatte. Doch schon damals aber standen die Zeichen für Ihn auf Rockabilly und Country, was natürlich nicht zu Ruhm und Reichtum führen konnte, im Gegensatz zu seinen ehemaligen Bandkollegen, die sich den Punkrockansatz später vergolden liessen.

Auf dem Weser Label von ex ZK Drummer Fabsi erschien dann 1985 die erste LP der Lockenträger und der „ALKABILLY“ war geboren.

Das nun siebte, aktuelle Album „Alk-A-Billy lebt noch immer“ ist nicht nur wieder bei Fabsis Weser Label in Bremen erschienen, nein, zur Hölle mit Veränderungen, es bietet auch die gleiche Kost wie immer.

Die Panhandle Alks stehen für bodenständigen Rockabilly mit deutschen Texten, Experimente sind verpönt und auch wenn mit Fritz (Bass) und Ingo(Gitarre) zwei neue Männer mit vier flinken Händen in der Band sind, bleibt der Sound geradlinig und trocken im Korsett des 50/60´s Rockabilly und das seit nun 30 Jahren.

Die musikalische Seite der 20 Songs ist dabei souverän, rockend, knackig, groovend und treibend und erinnert bisweilen gar an die 80-er Stray Cats, nur eben trockener, erdiger… einfach klasse.

 

Die Texte hingegen sind unvergleichlich. Da werden mit der Axt die Strophen halbiert, nur damit sie sich am Ende reimen mögen, es werden Un(moderne)worte wie „Fete“ oder „schwoofen“ gesungen und die Frauen heissen natürlich Mae, Emily oder schlicht Rockabilly Jukebox Queen.

Das ist dann zwar hier und da ebenso hölzern wie die Musik, aber es ist auch witzig und einmalig. Ted Herold, Gunter Gabriel oder Truck Stop würden sich bestimmt über den ein oder anderen Song in Ihrem Repertoire freuen, im Großen und Ganzem aber passt das alles hier und nur hier so zusammen wie Arsch auf Eimer.

Wenn die Kassierer Kunst sind, dann sollten sich die Panhandle´s ruhig auch mal dort anmelden, sie haben ne echte Chance.

Ach ja, „Bleib entspannt“ ist übrigens mein Favorit, und das nicht,  weil in ihm das einzige Fremdwort auf der CD (gleich mehrfach!!) vorkommt (von dem sich Sänger ISI aber auch im CD Cover umgehend konsequent distanziert), nein, der Song ist inhaltlich rund und hat sehr guten Zug zum Tor. Vielleicht bringt den Jungs das Tote Hosen Cover „All die ganzen Jahre“ in Zeiten der digitalen Downloads wenigstens einige neue und unerwartete Fans, zu gönnen wäre es ihnen alle Male, dann ansonsten ist da wo AKLABILLY drauf steht auch ALKABILLY drin, nicht mehr, aber auch nicht weniger!!

Tracks:
1. Record Hop
2. Alter Rock’n’roller
3. Bom Bop Baby
4. So Long I’m Gone
5. Bleib Entspannt
6. Mein Tag
7. All Die Ganzen Jahre
8. Mühlen Bop
9. Revolvermann III
10. Alkabilly Lebt Noch Immer
11. Emily
12. Sandmännchen Im Lummerland
13. Scat Bop
14. Es Wird Weitergeh’n
15. Und Nachts Träumen Sie Von Big Black Cadillacs
16. Die Hoffnung Auf Ein Wiederseh’n
17. Wir Wollen Feiern
18. Verrockte Tage
19. Rock-A-Billy Juke Box Queen
20. Die 180 Geister Vom Alamo

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DM BOB & The Deficits – “They Called Us Country”

11. Mai 2011

Kuhjungenstomp galore!
Deutschmark Bob! Da klingeln jedem Crypt Fan die Ohren, denn  auf dem Hamburger Label begann die deutsche Karriere des ehemaligen Südstaatlers Bob Tooke. Zusammen mit den legendären Deficits (Suzie Reinhardt und Tank Top) hat er einige großartige Platten herausgebracht, doch bei dauerhaft magelnder Wertschätzung löste sich die Band im Jahre 2002 auf und jeder ging seiner eigenen Wege. Was blieb ist ein Loch in der Musiklandschaft rund um raunchigen, trash-country und Cajun-Blues und einige wunderschöne Veröffentlichungen, die man immer mal gerne auflegen mag, wenn man es mal gerne wieder etwas derber, aber trotzdem mit ganz viel Herz braucht.
Schön, daß sich nun mit „Off Label Records“ jemand gefunden hat, der die countryeske Seite der Band auf einem Tonträger zusammenfasst, und das neben CD auch auf Vinyl.
Kaum einer ist so gut im Covern wie Bob Tooke und so macht es absolut nichts aus, dass eine Vielzahl der Songs nicht aus seiner Feder stammen. Die Interpretationen der Deficits sind immer so einzigartig, daß man …

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