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Neil Young, 9.7.2008, Oberhausen Arena, 2000 Meter Brust!

11. Juli 2008

Der Kilo Meter zeigt 145,7kg.

Ehrlich gesagt bin ich mit dem Ergebnis der sportlichen Bemühungen nicht zufrieden, Mal sehen was der Freitag sagt. Jedenfalls habe ich gestern schon die für Freitag angesagten 2000 Meter geschwommen und zwar komplett ohne Pause. Obwohl ich noch ein leichtes Dröhnen im Ohr hatte von diesem Konzert hier:

Neil Young, 9.7.2008, Oberhausen Arena

Keine Chance für die Hives – Neil Young in Bestform

Wow, da sind es schon 7 Jahre her, seit ich Neil Young das letzte Mal gesehen habe (23.06.2001). Damals mit den Black Crowes im Vorprogramm, die ich bewusst am Bierstand ausgeklammert hatte. Dieses Mal wurden dem Altmeister die HIVES ins Vorprogramm geschustert. Das kann man gewagt nennen, oder hoch gepokert oder vielleicht auch kühl kalkulkiert. Jedenfalls haben die Hives und Neil Young nichts miteinander

zu tun und bei einem Publikum jenseits der 40er Grenze können die Hives nur „am ausgestreckten Arm verhungern“. Und so war es denn leider auch.

Als ich die schwedischen „Garagenpunker In Mod Anzügen“ das letzte Mal im Palladium /Köln sehen durfte, habe sie das durchweg junge Publikum einfach weggeblasen mit Ihrer Spielfreude und dem Charme ihres Ausnahme-Sängers. Gestern konnte „Howlin“ Pelle Almqvist“ alle Register des adäquaten Showbusiness durchziehen, es interessierte keine Sau, was zum Teil auch an dem ziemlich dürftigen Sound und der offensichtlich „vorbandgemäßen Lautstärke“ gelegen haben mag.

Hoffentlich hatten die guten Jungs einen prall gefüllten Kühlschrank nach der Show, denn so was braucht doch Keiner. Dürfte sich im Übrigen auch an der Kasse nicht ausgezahlt haben das Konzept, denn Kids waren keine zu sehen, höchstens als Altrocker Nachwuchs mit Abendausgang. Aber so oder so waren die Besucher ja nur wegen Neil Young gekommen.

Der kam dann auch und zwar ziemlich gewaltig. Der alte Man hatte Bock auf Rock und Randale. Der 62 –jährige kam zwar nicht im Holzfällerhemd, sondern in einem künstlerisch beklecksten Jacket (sein weißes Walla Walla Hemd darunter trug ähnliche Farbspuren), aber er trat das Gaspedal direkt mal fast bis zum Anschlag durch mit zwei krachigen Versionen von „Love and only Love“ und „Hey, hey, my, my“.

Ein großer Holzindianer auf der rechten Bühnenseite und ein riesiger Ventilator im Hindergrund, ein Action-Painter der blitzschnell zu jedem Song ein Bild mit passender Textzeile zusammenklatschte, der gebückte Neil Young, der seine diversen Gitarren malträtiert, dröhnen und jaulen lässt, der keine Gnade kennt wenn es um Feedbacks und verzerrte Soli geht, und eine Band die sich blind auf den Zeremonienmeister des Dröhnrocks eingeschossen hat: das Alles zusammen erzeugte auch gestern die gewünschte und erhoffte Magie und Energie eines Neil Young Konzertes.

Mit roher Gewalt und ständig wechselnden Gitarren geht es munter durch das Young Repertoire, „ My old Friend Bob“ (Dylan) wird mit „All along the Watchtower“ gewürdigt und bis zu den grenzwertigen Schnulzen „Oh, lonesome Me“ oder „Mother Earth“ gibt Neil Young fordernd und ausschweifend.

„Needle“, „Old Man“ und natürlich „Heart of Gold“ lassen dann kollektives 72er Feeling aufkommen und das ist gut so, denn dafür steht der Kanadier: emotionale, ausdruckstarke Gitarrenmusik und zwar lange, bevor das Wort Grunge überhaupt erfunden wurde. Die 20minütige Version von „Hidden Path“ gleicht einer Offenbarung und Lennon / McCartneys „A Day in the Life“ ist ein besänftigender letzter Song nach einem über 2 stündigen Konzert.

Neil Young ist kein bisschen älter geworden und mit seiner Band um Schlagzeuger Ralph Molina, Rick Rosas (Bass) und Ben Keith (Rhythmusgitarre) kann er jederzeit wiederkommen, auch wenn beim nächsten Mal eine passendere Vorband und eine kleinere Halle dem Spektakel sicherlich sehr gut tun würden.

www.neilyoung.com
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